Christian Klar wird nach 26 Jahren aus der Haft entlassen
24. November 2008 - 23:36 UhrWie Spiegel Online und andere Medien heute berichten, wir der ehemalige Top Terrorist Christian Klar am 03. Januar 2009 nach 26 Jahren aus der Haft entlassen.
Die Emotionen kochen hoch wie immer bei dem Thema Terrorismus. Besonders konservative Politiker fühlen sich beschämt und fühlen mit den Hinterbliebenen der Opfer.
Dieses ganze Getue nervt ziehmlich. Worum geht es denn hierbei?
Ein mehrfacher Mörder wird nach einer verglichen mit anderen Tätern sehr langen Zeit im Gefängnis in die Freiheit entlassen.
Dazu sollte man sich folgende Fragen stellen:
1. Was für einen Rechtsstaat wollen wir? Soll es für den Täter die Möglichkeit geben, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren?
2. Wenn wir dies bejahen, sollte jeder diese Chance bekommen.
3. Ein wichtiges Kriterium sollte die Rückfallwahrscheinlichkeit sein. Und diese liegt bei Exterroristen der RAF bei 0%.
4. Ist es geschickt Christian Klar durch Entrüstungsbekundungen der Art in den Focus zu stellen? Warum verhilft man Ihm damit zu mehr öffentlichem Raum.
5. Natürlich hat Christian Klar schreckliche Dinge getan. Und es ist auch selbstverständlich, daß ein Teil der Angehörigen der Opfer ein Problem mit der Freilassung hat. Aber dies wäre auch nicht anders, wenn der Täter ein besoffener Autofahrer, ein Sexualmörder oder ein Raubmörder wäre. Der Unterschied wäre sicherlich die Zeit. Der besoffene (oder einfach nur zu schnell gefahrene) Autofahrer wäre vielleicht mit einer Bewährungsstrafe davongekommen.
Daher keimt bei mir der Verdacht auf, daß die “Entrüsteten” nur schnell ein paar Punkte an den Law and Order Stammtischen machen wollen.
Ich bin froh, daß unser Staat souverän genug ist, auch seinen (ehemaligen) Feinden Gerechtigkeit Teil werden zu lassen.
Dies ist ein Kern unseres Rechtsstaats. Und dieser gilt zu verteidigen!
Tags:Christian Klar, Haft, Rechtsstaat, Staat, Terrorismus